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Übermäßiges Schwitzen – Ursachen und Tipps

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Wir alle schwitzen – beim Sport oder an heißen Sommertagen. Schwitzen ist ein absolut natürlicher Körpervorgang, der dazu dient, den Körper zu kühlen und damit vor Überhitzung zu schützen. Doch manche Menschen schwitzen stärker als andere, unabhängig von sportlicher Betätigung, psychischer Belastung oder der Umgebungstemperatur. Was sind die Ursachen dafür? Wie kann man übermäßiges Schwitzen behandeln? Und gibt es Tipps, die in solchen Fällen helfen? Wir beantworten Ihnen all diese Fragen und unterstützen Sie mit wertvollen Tricks für den Alltag.

Was bedeutet „übermäßiges Schwitzen“?

Wenn das T-Shirt nach der Joggingrunde an einigen Stellen nassgeschwitzt ist oder im Sommer das Hemd, das man den ganzen Tag anhatte, feuchte Stellen unter den Achseln aufweist, ist dies noch kein Grund zur Besorgnis, sondern ein Schwitzen im völlig normalen Rahmen.

Im Gegensatz dazu bedeutet übermäßiges Schwitzen, dass Sie mehrmals am Tag Ihre Oberbekleidung beziehungsweise mindestens einmal nachts Ihren Schlafanzug wechseln müssen, weil die Kleidung schweißnass ist. Dies gilt auch für Socken und Schuhe – müssen Sie diese tagsüber wechseln, weil Ihre Füße im Schweiß stehen, so spricht man von übermäßigem Schwitzen.

Ursachen einer vermehrten Schweißproduktion

Es gibt vielerlei Ursachen für übermäßiges Schwitzen. Manche sind völlig harmlos, bei anderen steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter.

Eine Ursache für übermäßiges Schwitzen bei Frauen sind die natürlichen Hormonschwankungen während des Zykluses – viele Frauen schwitzen kurz vor oder während ihrer Periode vor allem im Achselbereich mehr als sonst. Auch das Absinken des Hormonspiegels in den Wechseljahren sorgt bei vielen Frauen für Schweißausbrüche, die sogenannten Hitzewallungen.

Sind wir nervös, zum Beispiel vor einem Bewerbungsgespräch, vor einer Abschlussprüfung oder in ähnlich wichtigen Situationen, schwitzen wir ebenfalls vermehrt. Dies ist eine natürliche Reaktion auf das vermehrte Adrenalin im Körper. Adrenalin sorgt für einen beschleunigten Stoffwechsel und damit für eine gesteigerte Wärmeproduktion. Um den Körper vor dem Überhitzen zu bewahren, wird die Schweißproduktion über die Haut angeregt, um den Körper zu kühlen.

Weitere Ursachen für übermäßiges Schwitzen können auch Störungen im Stoffwechsel oder Hormonhaushalt, eine Schilddrüsenüberfunktion, Krebs-/Tumorerkrankungen oder die Behandlung mit bestimmten Medikamenten sein.

Aber auch sehr scharfes Essen, das zum Beispiel große Mengen an Chili oder Cayennepfeffer enthält, kann für einen kurzfristigen starken Schweißausbruch sorgen.

Diagnose Hyperhidrose

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie unter übermäßigem Schwitzen, auch Hyperhidrose genannt, leiden, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren, um Ihre Beschwerden abzuklären. Der Arzt wird zuerst in einem intensiven Gespräch mit Ihnen die Hintergründe Ihrer Schwitzattacken abklären, bevor weitere Tests oder die Überweisung an einen Spezialisten erfolgen. In diesem ersten Anamnese-Gespräch versucht der Arzt gemeinsam mit Ihnen zu analysieren, in welchen Situationen Sie vermehrt schwitzen.

Typische Fragen sind dabei:

  • Wann ist Ihnen zum ersten Mal aufgefallen, dass Sie mehr Schwitzen als andere Personen?
  • An welchen Körperstellen schwitzen Sie besonders stark?
  • Wann/In welchen Situationen stellt das übermäßige Schwitzen für Sie ein ernsthaftes Problem dar?
  • Gibt es in Ihrer Familie weitere Betroffene? Ist bei einem Verwandten von Ihnen eine Hyperhidrose diagnostiziert worden?
  • Leidet Ihr Sozialleben unter Ihrem übermäßigen Schwitzen?

Besteht nach dem Arzt-Gespräch der Verdacht, dass Sie unter Hyperhidrose leiden, kann die Diagnose anschließend mit Hilfe verschiedener Tests verifiziert werden. Hyperhidrose bedeutet, dass der Körper stark schwitzt, ohne dass es eine konkrete Ursache für die Schweißproduktion gibt. Neben dem klassischen Jod-Stärke-Test, auch Minor-Test genannt, bei dem die Haut mit einer Jodlösung eingepinselt wird, um herauszufinden, an welchen Körperstellen der Patient vor allem schwitzt, kann auch eine gravimetrische Messung der produzierten Schweißmenge zur Unterstützung der Diagnose herangezogen werden.

Bei diesem Test wird die Menge an Schweiß, die in einer vordefinierten Zeit beispielsweise unter den Achseln produziert wird, mit einem Filterpapier aufgesogen, das anschließend gewogen wird. Damit kann die Menge an Schweiß berechnet werden. Liegt diese – bezogen auf Achselschweiß – über dem Schwellenwert von 50mg pro Minute, leidet der Patient unter Hyperhidrose. Weitere Messmethoden zur Diagnose sind die Bestimmung des Leitwerts der Haut und der sogenannte Evaporationstest, bei dem der Wasserverlust der Haut bestimmt werden kann.

Behandlung einer Hyperhidrose

Neben der Injektion von „Botox“ (Botulinumtoxin) in die Schweißdrüsen, um diese zu lähmen, und der operativen Entfernung der Schweißdrüsen gibt es weitere, deutlich sanftere Behandlungsmethoden. Allen voran spielt die richtige Ernährung eine große Rolle – meiden Sie (zu) scharfe Speisen und achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sport hilft dabei, die Wärmeproduktion des Körpers auf ein normales Maß zu regulieren. Auch die Anwendung von Aluminiumchlorid-haltigen Deos kann Abhilfe schaffen, ebenso wie Akupunktur.

Eine weitere Behandlungsmethode bei übermäßigem Schwitzen ist die sogenannte Iontophorese, die vor allem dann eingesetzt wird, wenn die Betroffenen übermäßig stark an den Handflächen oder Fußsohlen schwitzen. Dabei werden die betroffenen Körperstellen mit Strom behandelt, wobei das genaue Wirkprinzip allerdings noch nicht endgültig geklärt ist. Diese schmerzfreie, nebenwirkungsarme Methode der Behandlung kann allerdings nicht bei Schwangeren oder Patienten mit metallischen oder elektronischen Geräten im Körper angewendet werden (zum Beispiel Kupferspirale zur Verhütung oder Herzschrittmacher).

Weiterhin ist eine medikamentöse Therapie in Form von Anticholinergika als Tabletten möglich. Diese regulieren die Schweißproduktion „von Innen heraus“ und sind eine gute Alternative, können aber einen trockenen Mund- und Rachenbereich als Nebenwirkungen haben.

Tipps und Tricks gegen Schwitzen im Alltag

Um das Schwitzen in den Griff zu bekommen, gibt es viele Möglichkeiten und Tipps, die Ihnen helfen können:

  • Versuchen Sie, Übergewicht zu vermeiden,
  •  Trainieren Sie die Schweißproduktion Ihres Körpers mit Sport und regelmäßigen Saunabesuchen, auch Hot Yoga und Entspannungskurse sind gute Alternativen,
  • Setzen Sie vor allem beim Sport auf Funktionskleidung, die den Schweiß nach außen leitet und sich nicht damit vollsaugt wie beispielsweise Baumwolle; mittlerweile gibt es auch spezielle, mit Silber beschichtete Textilien, die geruchshemmend wirken,
  • Schweißgeruch lässt sich gut mit Kern- oder Gallseife aus Kleidungsstücken entfernen, auch das Einlegen der Kleidung in Essigwasser ist eine bewährte Methode; bei Schuhen lässt sich Schweißgeruch gut mit Hilfe von Katzenstreu, das in eine alte Socke eingefüllt wird, entfernen.

Falls Sie sich noch weiterführende Informationen wünschen, erfahren Sie hier mehr über das Thema Hyperhidrose.

Über Patrick

Geborener Kieler, mittlerweile Exil-Saarländer mit Hang zur Internetsucht, Hobbyschreiber, begeisterter Computerspieler und angehender Fachinformatiker / Anwendungsentwicklung

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